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Kapitel 9

Erweiterte Harmonik & Musik des 20./21. Jahrhunderts

Um 1900 wird der tonale Akkordvorrat stark erweitert. Danach treten Verfahren auf, in denen Tonika und Dominante nicht mehr das zwingende Zentrum bilden.

Erweiterte Tonalität

Chromatische Akkordanreicherungen, alterierte Akkorde, entfernte Tonarten, enharmonische Umdeutungen; Spannung kann lange aufrechterhalten werden.

Atonalität

Keine stabile Grundtonart als organisierendes Zentrum. Akkorde können vorhanden sein, ohne funktional auf Tonika/Dominante bezogen zu sein.

Bi- / Polytonalität

Mehrere tonale Ebenen werden gleichzeitig gegeneinandergesetzt.

Cluster

Dichte Tontrauben aus benachbarten Tönen; Klangfarbe und Register können wichtiger werden als traditionelle Akkordfunktion.

Zwölftontechnik

Die zwölf chromatischen Tonklassen werden durch eine Reihe organisiert; Grundoperationen sind Originalgestalt, Umkehrung, Krebs und Krebsumkehrung.

Modale / symmetrische Skalen

Kirchentonarten, Ganzton-, oktatonische und andere Skalen können eigenständige Klangfelder bilden – in Kunstmusik, Jazz und Filmmusik.